Lazaunlift: 1.999 m – 2.430 m

Lazaun - Hochmoor Alpen - Schnalstal Südtirol
In nur wenigen Minuten erreicht man mit dem Sessellift Lazaun nicht nur die urige
Lazaunhütte, sondern auch eine ganz besondere Welt. Die Hochebene ist geprägt von der Kraft der
Gletscher, unter anderem einem
aktivem Blockferner – auch
Blockgletscher genannt. Ein Blockgletscher ist trotz seines Namens kein
Gletscher, da er nicht aus blankem Eis besteht, sondern aus mit Eis vermischtem Schutt und Felsblöcken. Er kriecht sehr langsam talwärts, was seiner völlig steinigen Oberfläche eine meist wellenförmige Struktur verleiht, und ist eine Erscheinung des
Permafrostes. Aber auch die wundervollen Formationen des
Gletscherschliffs sind deutlich sichtbar.
Alpines Hochmoor
Hier trifft man auf eine ganz eigene
alpine Flora, beispielsweise den
kleinsten Baum der Welt. Es ist die
Kraut- oder Zwergweide. Sie besiedelt als
Pionierpflanze die lange schneebedeckten Mulden. Als Schutz vor Kälte und Schnee bleiben ihr Stamm und die Äste unterirdisch, nur die jüngsten Zweige mit einigen Blättern schauen aus dem Boden. Weitere Bäume sucht man hier vergebens, aber zur Zeit von
Ötzi wuchsen hier mächtige Zirbelkiefern. Die
Baumgrenze lag damals etwa 200 Meter
höher als heute. Dies ist belegt durch
Funde von Baumstämmen im Moor auf der Lazaunalm. Eine Scheibe der
über 6000 Jahre alten Stämme ist im
Archeoparc zu bewundern.
Dieses Moor ist Lebensraum vieler
seltener Pflanzen, beispielsweise der Alpen-Rasenbinse, auch Wollgras genannt, die zur Familie der Sauergrasgewächse gehört. Diese Pflanzenart wächst in Regen- und Zwischenmooren auf nassen, sauren Böden. In den Alpen und im Alpenvorland ist diese Art ein
Eiszeitrelikt mit abnehmender Tendenz. Viele botanische Besonderheiten wie seltene Flechten, die Gletscher-Azalee oder der Kriech-Wacholder sind typisch für die Lazaunebene.
Refugium für seltene Tierarten
Aber auch die Fauna bietet dem aufmerksamen Beobachter mit etwas Glück Raritäten. Hier oben leben neben den zahlreichen
Murmeltieren auch Stein- und Schneehühner sowie das
vom Aussterben bedrohte Birkhuhn – auch Spielhahn genannt – das bevorzugt Moore und offene Heide besiedelt.
Um diese seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenwelt nicht zu stören, sollte man sich bitte nur auf den Wegen bewegen.
Hinab empfiehlt sich der Weg durch einen uralten Zirbenwald direkt nach Kurzras oder den etwas längeren
archäologischen Wanderweg durch das Langgrubtal zur Kupferstele mit dem
Schalenstein.
Lazaunlift
Betriebszeiten: 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr und 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Geöffnet: 16. Juni bis Mitte September