Jubiläum des Fundes der Gletschermumie von Ötzi in Südtirol

Ötzi Fund im Schnalstal / Südtirol - Copyright: Erika Simon
19 9 91 ist keine gewöhnliche Zahl und steht – ob vorwärts oder rückwärts gelesen – immer für dasselbe: für einen
Sensationsfund, der vor 20 Jahren im Schnalstal gemacht wurde. Kurzum es ist das Funddatum, an welchem ein
deutsches Bergsteiger-Ehepaar am
Tisenjoch, oberhalb des Niederjochferners in 3.210 m Höhe die
Mumie des Ötzi fand.
Seit jenem
19. September 1991 hat diese Gletschermumie, die – ausgelöst durch eine Schlagzeile des Wiener Journalisten Karl Wendl – sehr bald den liebevollen Namen
Ötzi, erhielt – sehr vieles bewegt, auch im Schnalstal.
Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum

Ötzi Fund im Schnalstal / Südtirol - Copyright: Archäologiemuseum Bozen
Die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen haben ergeben, dass der
Mann aus dem Eis durch einen Pfeilschuss tödlich verletzt wurde und innerhalb kurzer Zeit verblutete. Seit März 1998 ist Ötzi im
Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt und hat seither bereits ein Millionenpublikum angezogen. Im Juli 2007 wurde das
Institut für Mumien und den Iceman am Südtiroler Forschungszentrum Europäische Akademie EURAC mit Sitz in Bozen eingerichtet, das derzeit dessen Erbgut untersucht und zu Ötzis Geburtstag im heurigen Jahr ihre neuesten Erkenntnisse aus diesen Analysen vorstellen wird. Das Archäologiemuseum in Bozen hat vor kurzem eine
Sonderausstellung über Ötzi eröffnet, welche die neuesten Erkenntnisse, aber auch Kurioses und Absurdes, witzige Vermarktungsideen und skurrile Blüten der Medienberichterstattung präsentiert. Im Rahmen dieser Sonderausstellung, welche bis 15.01.2012 zugänglich sein wird, ist auch das neue Gesicht und die neue Gestalt von Ötzi zu besichtigen, welche von zwei niederländischen Experten rekonstruiert wurde.
Der Weltstar Ötzi und das Schnalstal

Nachdem der Mann aus dem Eis seinen festen Platz im
Archäologiemuseum in Bozen gefunden hatte, war es das Schnalstal, das 2001 mit dem
archeoParc ein Museum mit einem 4.000 m² großen Freigelände zur Darstellung des
Lebensraumes des Mannes aus dem Eis, schuf. In diesen
10 Jahren ist es dem
archeoParc gelungen, sich Südtirol weit als
Aktivmuseum für die ganze Familie zu etablieren. Rund 30.000 Gäste, darunter eine Vielzahl von Schulklassen, besuchen jährlich von April bis November die Dauerausstellung im Museum sowie das Freigelände bzw. nehmen an den vielfältigen jungsteinzeitlichen Aktivitäten teil, Brot backen, Bogen schießen, töpfern, Leder verarbeiten, Kupferschmelzen oder anderes. Eine Reihe von Sonderausstellungen etwa zum Thema
Steinzeitjagd und Bogensport,
Kulturgeschichte des Bogenschießens haben außerdem für großes Interesse gesorgt.