Schon seit Beginn des Alpinismus zählen die Ötztaler Alpen zu den schönsten Skitourengebieten, das Skibergsteiger aus ganz Europa anlockt.
Ob einfachere Gipfel oder die anspruchsvolle Skitour: Von wohl kaum einem anderem Tal aus können so viele Dreitausender ohne extreme Anstiege im Winter erklommen werden. Unser höchster Gipfel – die Weißkugel mit 3.738 m – bleibt sicher ein unvergessliches Tourenziel für jeden Skibergsteiger.
An zwei Abenden in der Woche setzt die Pistenpräperierung in der Skisaison 2011/2012 aus. Wichtige Infos...
WICHTIG: Beachten Sie vor jeder Skitour den Lawinenlagebericht oder lassen Sie sich am besten von unseren staatlich geprüften Berg- und Skiführern begleiten. Sie sind ideale Partner für ein sicheres Skierlebnis. Der Tourismusverein bietet wöchentlich geführte Skitouren unter anderem auch zur Ötzi-Fundstelle, zum Tisenjoch und zur Saldurscharte bzw. Schwemserspitze.
Hier einige Skitourenvorschläge:
Ausgangspunkt: Kurzras, Koflhöfe: 1.938 m Schwierigkeit: leicht Route/Verlauf: Aufstieg von den Koflhöfen (0,7 km vor Kurzras) gegen Süden durch das Lagauntal. Schon nach dem ersten Drittel der Talmulde steigt man nach rechts Richtung Nordwesten den Hang hinauf und kommt so auf den nördlich der Saldurgruppe vorgelagerten Stotz. Günstige Zeit: Dezember bis Mai Höhenunterschied: 949 m Gehzeit: 3 Stunden
Karte aus "Skitouren in Südtirol" - Tappeiner Verlag - ISBN 88-7073-358-0
Saldurspitze - 3.435 m
Ausgangspunkt/Höhe: Kurzras, Koflhöfe: 1.938 m Route/Schwierigkeit: mittel Route/Verlauf: Die Saldurgruppe fällt nach Süden gegen das Schlandrauntal, nach Westen gegen das Matschertal und nach Norden gegen Kurzras über die Lagaunalm ab. Die Tour zur Saldurspitze ist eher anstrengend, aber sehr schön. Aufstieg von den Koflhöfen durch das Lagauntal. Im obersten Teil desselben steigt man rechts durch die steile Rinne zum Lagaungletscher empor und dann gegen Norden bis unter die Saldurspitze. Vom Südgrat derselben stellt eine kurze, steile Rinne die Verbindung zum Gletscher her. Abfahrt a) über die Aufstiegsroute (mittelschwer) b) über die steile Nordostwand und über die Lazaunalm nach Kurzras (schwierig). Günstige Zeit: Dezember bis Mai Höhenunterschied: 1.497 m Gehzeit: 5 Stunden
Weisskugel - 3.739 m
Karte Weisskugel Skitour Schnalstal Südtirol
Ausgangspunkt/Höhe: Kurzras, Parkplatz: 2.011 m Route/Schwierigkeit: schwer Route/Verlauf: Diese Tour ist schon wegen des Höhenunterschiedes eher beschwerlich, aber auf der Route "Schöne-Aussicht-Hütte"-Weißkugel nicht besonders gefährlich. Aufstieg a) von Kurzras direkt auf die Weißkugel (eher schwierig): zuerst Richtung Westen ins Langgrubtal, bald Richtung Norden hinter der Steinschlagspitze durch ein zuerst enges, dann sich erweiterndes Tal hochsteigen, dann nach Nordwesten den Steinschlagferner überqueren und über das Quellenjoch auf den Matscherferner hinüberwechseln. Weiter nordwärts kommt man auf das Hintereisjoch und besteigt die Weißkugel über den Südgrad. Mit den Skiern erreicht man nur den Vorgipfel. Der Aufstieg auf den 30 m höheren Hauptgipfel wäre schwierig. Abfahrt: über die Aufstiegsroute oder über die Schöne-Aussicht-Route oder für Geübtere, östlich der Quellenspitze vorbei, über das Steinschlagjoch. Günstige Zeit: von April bis Mitte Juni. Aufstieg b) von Kurzras zur Schutzhütte "Schöne Aussicht". Von der "Schöne-Aussicht"-Hütte muss man westwärts zuerst eine kurze Strecke absteigen und dann westwärts ansteigend östlich des Teufelseggs übers Teufelsjoch (3.181 m) auf den Hintereisgletscher überwechseln. Dort weiterhin nach Westen wandernd erreicht man das Hintereisjoch und kann dort nach Norden den Südgrat bis zum Vorgipfel der Weißkugel besteigen. Der Aufstieg auf den 30 m höher gelegenen Hauptgipfel ist wiederum schwierig. Abfahrt: auf der Aufstiegsroute oder auf einer der beim Direktaufstieg beschriebenen Abfahrten. Günstige Zeit: Von April bis Mitte Juni. Geeignet für gute Skifahrer mit alpiner Erfahrung. Höhenunterschied: 1.728 m Gehzeit: 6 Stunden
Karte aus "Skitouren in Südtirol" - Tappeiner Verlag - ISBN 88-7073-358-0
Ausgangspunkt: Kurzras Parkplatz (2.011m) Aufstieg: 1.445 Höhenmeter, 4 Std. Route/Schwierigkeit: Mittelschwer bis schwer Route/Verlauf: Die Schwemserspitze liegt südlich der Weisskugl und bildet mit derselben den Gebirgsstock zwischen dem Schnalstal und dem Matschertal. Aufstieg von Kurzras Richtung Westen durch das Langgrubtal bis auf 2.700 m. Dann nach Norden drehen und über den Schwemser Ferner emporsteigen bis in das Becken des Schwemser Ferners. Den Gipfel selber besteigt man am leichtesten über den Südwestgrad. Abfahrt entlang der Aufstiegsroute. Günstige Zeit: Dezember bis Mitte Juni Achtung: Nur für gute Skifahrer mit alpiner Erfahrung.
Ausgangspunkt/Höhe: Kurzras, Gletscherbahn Route/Schwierigkeit: schwer Route/Verlauf: 2,5 Stunden ab Hochjochgletscher (Schöne-Aussicht-Hütte): Schöne Tour auf diesen auf der Nordseite noch stark vergletscherten Berg, die auf einem Teilstück, in den Brüchen östlich des Hochjochgletschers wegen Gletscherspalten nicht ungefährlich sein kann. Aufstieg: von Kurzras auf die "Schöne Aussicht"-Hütte oder mit der Gletscherbahn auf den Hochjochgletscher, dessen Ostseite man unter den Felsen der Schwarzen Wand Richtung Osten verlässt, indem man durch den Gletscherbruch ansteigt. Es geht den Spalten ausweichend steil auf die obere Gletscherterrasse hinauf und westlich des Gipfels sehr steil auf die Gratschulter. Dann auf kurzem, aber ausgesetztem Grat zum Gipfel hinüber. Abfahrt a) auf der Aufstiegsroute zum Hochjoch und womöglich nach Kurzras oder Rückfahrt mit der Gletscherbahn nach Kurzras: b) den ersten Steilhang hinunter, dann rechts/Nordost und weiter südostwärts und südwärts zum Niederjoch und zur Similaunhütte und womöglich nach Vernagt hinunter: c) nach Norden Richtung Hochjochhospizhütte und Vent. Günstige Zeit: Abfahrt a) Dezember bis Juli; Abfahrt b) und c) Februar bis Juni. Für gute Skifahrer mit alpiner Erfahrung geeignet. Höhenunterschied: 646 m Gehzeit: 2 Stunden, 30 Minuten
Ausgangspunkt: Bergstation Grawand oder Schutzhaus Schöne Aussicht Anstieg: ca. 150 Hm, 2 Std. ab Bergstation Hintereislift. Abfahrt bis Kurzras 1.332 Hm Route/Schwierigkeit: Einfach bis mittelschwer Route/Verlauf: Auffahrt mit Gletscherbahn, sowie nach kurzer Abfahrt, Auffahrt mit Hintereislift.
Vom Gipfelplateau in NW Richtung, kurze Abfahrt zum Hintereisferner; von dort folgt man der Aufstiegsspur zur Weiskugel (siehe Tour 4b). Normalerweise verläuft die Spur am linken Gletscherrand. Wo der besagte Gletscher auf das Ende des Teufelskamm trifft, befindet sich das Steinschlagjoch. Der kurze Aufstieg wird mit einem wunderbaren Talblick und in der Genuß-Abfahrt durch das Steinschlagtal belohnt. Günstige Zeit: Februar bis Mai Vorsicht: beim ersten Südhang besteht meist Schneebrettgefahr! Achtung: Gekonntes Skifahren mit alpiner Erfahrung notwendig.
Similaun - 3.606 m
Anfahrt/Ausgangspunkt: Kurzras - 2.011 m. Aufstieg zum Hochjochferner über die Piste oder mit der Seilbahn zur Grawand 3.251 m. Aufstieg: Von Kurzras rechts (nordöstlich) über die Skipiste hoch bis zum ersten Skilift am Hochjoch ca. 2.800 m unterhalb der Schönen Aussicht Hütte 2.842 m (oder mit der Seilbahn hoch zur Grawand, von wo wir dann bis auf etwa 2.900 m abfahren). Östlich ziemlich flach über Mulden und sanfte Hänge des Hochjochgletschers (Vorsicht Spalten!) gut 2 km weiter bis am nördlichen Ende des langen, felsigen Nordgrates der Finailspitze, wo wir dann über einen mäßig steilen Hang aufsteigen und im Rechtsbogen (südöstlich) den sanften Kreuzferner erreichen. Hier erblicken wir nach Osten den einladenden Westhang des Saykogel, nach Süden die formschöne Gestalt der Finail Spitze und links davon das berühmte Hauslabjoch, das wir in einer geraden Linie anpeilen. Vom Joch aus, etwa 100 m tiefer südlich, sieht man das große Denkmal nahe der Fundstelle vom Ötzi, dem Mann aus dem Eis. Wir ziehen die Felle ab und fahren, vorbei am bekannten Fundort, in südöstliche Richtung über den Niederjochferner hinab, bis wir auf gut 2.900 m auf die Aufstiegsspur kommen, die von Vent bzw. von der Martin Busch Hütte zur Similaunhütte hochzieht. Nach kurzem Aufstieg nach Süden erreichen wir die Similaunhütte 3.019 m. Evtl. Übernachtung. Bis hierher benötigen wir bei Verwendung der Seilbahn ca. 2,5 Std. - bei Aufstieg direkt von Kurzras ca. 4 Stunden.
Aufstieg zum Similaun über den Niederjochferner: Direkt von der Hütte erreichen wir im Rechtsbogen den Niederjochferner, über dessen schön gestuften NO-Seite wir ziemlich in der Mitte aufsteigen. Nach einem etwas steileren Aufschwung eröffnet sich uns der Blick zum Gipfel, dessen Ostgrat wir nun direkt anpeilen. Der Gletscher ist hier im Sommer stark zerklüftet und es gibt recht große Spalten, daher wird das Gehen am Seil bei ungünstigen Verhältnissen empfohlen. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir den Ostgrat, deponieren dort die Skier und steigen, möglichst mit Steigeisen, über den Grat hoch zum Gipfel. Abfahrt: Längs der Aufstiegsspur - Gegenanstieg zum Hauslabjoch Höhenunterschied und Aufstiegszeiten: Kurzras - Hauslabjoch 1.300 m - 4 Std. (400 über Grawand - 2,5 Std) und weitere 600 - 2 Std. von der Similaunhütte zum Gipfel. Natürlich muss man am Rückweg nochmals zum Hauslabjoch 300 m - 1 Std. aufsteigen Hinweise/Schwierigkeiten: Es handelt sich um eine Gletschertour über spaltenreiches Gelände. Das Gehen am Seil wird daher empfohlen. Die Tour erfordert absolut gute Sichtverhältnisse. Sie bietet landschaftliche Eindrücke der Extraklasse. Bei vernünftiger Routenwahl und sicheren Schneeverhältnissen ist die Route kaum lawinengefährdet. Vorsicht und Trittsicherheit werden am Gipfelgrat verlangt (Steigeisen und Pickel sind oft erforderlich).